Squaw Tulpe

Festvorbereitungen

Geschichte

Squaw Tulpe in die Mitte stellen

Tulpe ist die Mutter von Adler. Jeden Tag hat sie viel zu tun. Sie muss sich um Adler kümmern, den Haushalt führen (Essen zubereiten, sauber machen), Kleidung nähen, Tierfelle gerben, um daraus Leder zu machen, Gefäße zum Essen und Kochen herstellen, Kräuter, Wurzeln, Nüssen und Beeren sammeln, Kranke Indianer pflegen, Brennholz sammeln, Wasser holen, Teppiche weben und vieles mehr. Vieles davon macht Tulpe gemeinsam mit anderen Frauen. Da bleibt wenig Zeit für Spiel und Spaß. Aber hin und wieder nimmt Tulpe sich die Zeit, um mit anderen Frauen zu Spielen und rumzualbern. Ja, ja - richtig gehört. Auch Indianerfrauen spielen gerne. Die Männer übrigens auch, aber oft sind sie unterwegs jagen.

Die Sonne geht auf. Tulpe reckt sich und streckt sich und ist hellwach. Sie schaut zu Adler herüber, der in der anderen Ecke des Tipi schläft. Leise steht Tulpe auf und geht hinunter zum Fluss, um sich zu waschen. Brr - ist das Wasser kalt. Aber Tulpe macht das nichts aus. Es kommen immer mehr Squaws zum Fluss. Alle waschen sich. Tulpe ist fertig und nimmt noch eine Schale frisches, kaltes Wasser mit ins Tipi. Sie bereitet das Frühstück und weckt Adler: "Guten Morgen, du Langschläfer!" Auch Adler ist sofort hellwach. Zusammen frühstücken sie. "So," sagt Tulpe: "nun geh und wasch dich am Fluss." "Aber, Mama!" Adler ist ganz empört, "Wenn ich mich wasche, kann ich mich nicht mehr so gut tarnen! Dann findet mich jeder sofort!" "Keine Widerrede; ab mit dir!" Mit langem Gesicht geht Adler zum Fluss. Tulpe räumt währenddessen das Tipi auf; sie legt das Bettzeug zusammen, fegt und geht zusammen mit anderen Squaws Beeren, Kräuter und Wurzeln sammeln.

Heute sollen die Männer von der Jagd wieder heim kommen. Es wird ein tolles Fest geben. Dazu gibt es ein großes Festessen. Die Frauen bereiten heute alles vor. Es wird viel gesammelt. Gegen Mittag kommen alle wieder ins Zeltlager zurück. Einige Squaws beginnen mit den Zubereitungen der Speisen, andere häufen auf einem Platz viel Holz zusammen, damit dort ein großes Feuer prasseln kann. Tulpe hat in den letzten Tagen immer wieder zwischendurch Quilts genäht. Quilts sind Decken in verschiedenen Größen. Wir kennen sie unter dem Namen Patchwork. Verschiedene Stoffflicken werden aneinander genäht. Tulpe hat diesmal besonders schöne Muster genäht. Sie hat ebenso neue Schmuckstücke hergestellt, wie Ketten und Armbänder und neue Essgefäße. So viel Arbeit und alles für das Fest heute Abend. Sie freut sich schon sehr auf Büffel, ihren Mann und all die anderen. Was sie wohl mitbringen? Und was sie wohl berichten?

Bis zum Abend sind alle Squaws und alle Indianerkinder beschäftigt. Jeder trägt seinen Teil zum Fest bei. Jeder will es besonders schön machen. Langsam geht die Sonne unter. Alle ziehen ihr bestes Festkleid an und schmücken sich. Adler ist verblüfft: Tulpe hat ihm aus Federn einen ganz tollen Haarschmuck gezaubert. Prächtig schaut das aus. "Das leg ich nie wieder ab!" Lacht Adler und springt damit um das Tipi. Er schaut in die Ferne: "Da! Dort ganz hinten! Mama! Sie kommen! Ich sehe sie!" Alle sind aufgeregt und können es kaum erwarten.

Wie es weiter geht, erfahrt ihr morgen.

Tulpe zum Tipi stellen.

Als Tagesaktion bieten sich zwei verschiedene Aktionen an; mit Stoffresten kleine Quilts herstellen - größere Kinder können die Flicken grob zusammen nähen, kleinere können die Flicken zusammen kleben - und aus Korken, Federn, kleinen Beeren, Rindenstöckchen, Eicheln, Hagebutten, Kerne von Äpfeln, Kürbissen, Melonen und Sonnenblumen, Ahornsamen, Schneckenhäuser, Muscheln, Holzperlen, Baumwollgarn oder Lederschnüre Ketten, Kopfschmuck oder Armbänder herstellen. Den Schmuck bis zum nächsten Tag aufheben.