Ballade von den Rittern der Tafelrunde

Ritter Kunibert

Es war der Ritter Kunibert
ein Winzling wohl von Stande,
er lebte gänzlich unbeschwert
auf einer Burg im teutschen Lande.

Es war das Fräulein Adelheid
wohl reich und unbescheiden,
verwöhnt und voller Eitelkeit
und darum mocht' sie keiner leiden.

Es war der Knappe Jonathan
gar herrlich anzusehen,
von ihm war jede angetan,
drum ließ man ihn nicht gerne stehen.

Der Winzling Ritter Lanzelot
war echt mit einer Nase,
sprach, "jotzt oin Schlof - das tot mir got"
schon lag er schnarchend dort im Grase.

Auch Ritter Arthur sucht sein Heil,
er hatte eine Nichte
mit hoher Treue im Detail
und einer Nase im Gesichte.

Es war ein Ritter hoch zu Roß,
von Berliching'n sein Name,
er war fei gar nicht riesengroß,
drum sucht' er eine Winzling-Dame.

Der Winzling-König lud die Ritter
ein zur Tafelrunde
es kamen alle, winzig klein,
dann zu der festgesetzten Stunde.

Sie zechten, tranken, schlemmten
dort im hohen Königssaale,
sie feierten und freuten sich
bei des Königs Rittermahle.

Am nächsten Morgen lagen sie
noch immer dort im Saale,
vom Wein betrunken wie noch nie
nach des Königs Rittermahle.

Sie schliefen dort und schliefen, wohl
für viele hundert Jahre.
Bis einst ein Prinz Dornröschen weckt -
so ist das Märchen, ja, das wahre!